Suchmaschinenoptimierung (SEO) einer WordPress-Installation (2)

Von Perun am 11. Juni 2010 um 10:10

Gestern habe ich den ersten Teil dieser zweiteiligen Reihe veröffentlicht. Im ersten Teil ging es um sprechende Permalinks, der Optimierung des Seitentitels und dem Einsatz der Überschriften und Zwischenüberschriften.

In diesem Artikel widme ich mich den Schlüsselwörtern in der Verlinkung, der Benennung von Dateien, dem alt-Attribut, dem Duplicate Content und dem WordPress-Plugin wpSEO.

Schlüsselwörter (Keywords) in der Verlinkung unterbringen

Viele Webmaster verlinken innerhalb der eigenen Website (interne Links) zu wenig und/oder nicht optimal. Verlinke innerhalb eigener Website überall dort, wo es den Besuchern helfen könnte.

Betreibst du ein WordPress-Weblog, dann sende auf jeden Fall einen Track-/Pingback vom neuen auf den alten Beitrag: in meisten Fällen, sendet WordPress automatisch einen Pingback wenn du dich auf den alten Artikel beziehst. Aber manchmal "klemmt" das System und da muss man nachhelfen in dem man ein Trackback abschickt.

Der Leser des neuen Beitrags weiß dann, dass es einen älteren Beitrag zu dem Thema gibt und der Leser des alten Beitrages sieht in den Kommentaren den Pingback und weiß, dass es zu dem Thema auch einen aktuellen Beitrag gibt.

Mit dieser Maßnahme hilfst du sowohl dem Besucher als auch der Suchmaschine den Beitrag zu finden.

Achte bei der Verlinkung außerdem darauf, wichtige Keywords (Schlüsselbegriffe) direkt in den Linktext aufzunehmen. Hier ein sehr unglückliches Beispiel, welches man leider viel zu häufig sieht:

Um den neuen Artikel zum Thema Aktien vs. Bundesanleihen zu lesen, klicken Sie hier.

Viel besser ist folgendes:

Lesen Sie den neuen Artikel zum Thema Aktien vs. Bundesanleihen.

Diese Verlinkung ist für den Leser viel logischer und in punkto Suchmaschinenoptimierung ist es viel besser, da die Suchmaschinen es sehr hoch bewerten, wenn die relevanten Schlüsselwörter (Keywords) im Link-Text auftauchen. Allerdings solltest du hier, wie in allen Bereichen von SEO, maßvoll vorgehen. Wenn du hier nach dem Motto "viel hilft viel" handelst, dann könnte dich der Zorn der Tante Guugel erwischen.

Viele Themes, Templates und Layouts

Benennung von Dateien

Auch Dateien – sowohl Bilder als auch z. B. PDF-Dateien – kann man mit sprechenden Namen beglücken. Folgende Namen:

  • wordpress-seminar.pdf
  • max-mustermann.jpg
  • wordpress-buch.png

sind auf jeden Fall leserlicher und aussagekräftiger als:

  • neue-datei1.pdf
  • bild123.jpg
  • neues-bild.png

und zwar nicht nur für den Besucher, sondern auch für die Suchmaschinen. Bedenke, dass zumindest Google die PDF-Dateien indexiert und dass alle gängigen Suchmaschinen auch die Möglichkeit anbieten, nach Bildern (z. B. die Bilder-Suche von Google und Bing) zu suchen. Dafür sind aussagekräftige Namen sehr wichtig.

Das alt-Attribut bei den Bildern

Ich würde hier gerne einen kleinen zusätzlichen Hinweis bezüglich der Bilder abgeben. An vielen Stellen ist da etwas von einem "alt-Tag" zu lesen. Das ist einfach falsch! Es gibt weder in HTML noch in XHTML einen alt-Tag, es gibt lediglich ein alt-Attribut. So ist ein Bild-Element aufgebaut:

<img src="bild.png" alt="Ein Foto von mir" title="Meine Kumpels und ich feiern" />

Das ganze im oberen Beispiel ist ein (X)HTML-Element, img ist der Element-Name, alt und title sind Attribute (oder genauer gesagt Attributschlüssel, aber wir wollen ja hier nicht pingelig sein) und innerhalb der Anführungszeichen befinden sich die Attributwerte. Schematisch ist ein (X)HTML-Element folgendermaßen aufgebaut:

<Element-Name Attribut(-schlüssel)="Wert"> Inhalt des Elements</Element-Name>

<Element-Name Attribut="Wert"> ist hierbei der Start-Tag und </Element-Name> ist der End-Tag. Wobei zu erwähnen ist, dass manche Elemente – <br /> für Zeilenumbruch, <img /> für Bilder, <hr /> für die horizontale Trennlinie etc. – nur aus einem Tag bestehen.

title als Element und als Attribut

Es gibt übrigens neben dem title-Attribut (Tooltips beim Mouseover) auch einen title-Tag oder besser gesagt ein title-Element, dieser befindet sich im Kopfbereich (<head></head>) des Dokuments und sein Inhalt bildet den Seitentitel.

Dies alles nur am Rande, damit du beim nächsten Stammtisch mit tiefer gehendem Insider-Wissen glänzen kannst :-) .

Übrigens: der geschätzte Webworker-Kollege Peter Kröner, hat zu diesem Thema unter Element, Tag, Attribut. Ein für allemal. eine schicke Zeichnung abgeliefert.

Und bevor ich es vergesse, der Inhalt bzw. der Wert des alt-Attributs ist sehr wichtig. Dieser erscheint, wenn das Bild aus diversen Gründen nicht geladen wird und bei "Programmen", die keine Bilder anzeigen können: Textbrowser, Screenreader und Suchmaschinen. Daher ist der Inhalt dieses Attributs sehr wichtig. Allerdings würde ich Ihnen nicht empfehlen, dort Kurzgeschichten unterzubringen oder mit Keywords zu spamen … das kann nach hinten losgehen. Ein kurzer, aussagekräftiger Satz über das Bild ist ausreichend.

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Duplicate Content verhindern bzw. eindämmen

Unter Duplicate Content versteht man, wenn identischer Inhalt unter verschiedenen URLs erscheint. Das kann dann passieren, wenn man als Autor den gleichen Inhalt auf zwei verschiedenen Websites veröffentlicht, wenn jemand den Inhalt Ihrer Website klaut und als eigenen veröffentlicht oder auch einfach innerhalb des eigenen Weblogs.

Dies passiert in Weblogs und anderen dynamischen Websites sehr schnell. Zum Beispiel taucht ein Blog-Artikel sowohl auf der Startseite, als auch unter dem eigenen Permalink, als auch in weiteren Übersichten auf: Kategorie-Übersicht, Suchergebnisse etc.

Das Problem an der ganzen Sache ist: Wenn ein identischer Inhalt auf mehreren Adressen auftaucht, müssen die Suchmaschinen entscheiden, welche URL sie indizieren und welche Adressen sie als Dubletten ignorieren sollen. Daher könnte es unter Umständen sein, dass ein Artikel von Ihnen nicht unter seinem Permalink, sondern mit der URL der Kategorieübersicht indiziert wird.

Was kann man also gegen das Problem von Duplicate Content (DC) unternehmen? Hier gibt es mehrere unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum einen steht dem WordPress-Nutzer eine Reihe von SEO-Plugins zur Verfügung, wie z. B. wpSEO oder izioSEO. Diese Plugins werden einmal konfiguriert und verrichten ihre Arbeit dann automatisch. Sie teilen u. a. den Suchmaschinen mit, welche URL eines Inhaltes die relevante Adresse ist.

Aufteilung des Artikels

Allerdings kann man auch mit ganz einfachen Mittel das Problem entschärfen. Speziell bei längeren Artikeln empfiehlt es sich, den Beitrag zu trennen und zwar in einen einleitenden Teil und den Rest. Auf den Übersichtsseiten wird lediglich der einleitende Teil gezeigt, zum Rest gelangt man durch das Anklicken des weiterlesen…-Links.

Mit dieser einfachen Maßnahme hast du zwei Sachen erreicht. Zum einen ist die DC-Problematik etwas entschärft – unterschiedlicher Inhalt auf den Übersichten und der Einzelansicht – und zum anderen kommt das den Lesern zu Gute wenn nicht der komplette Artikel von beispielsweise neun DIN-A4-Seiten in der Übersicht auftaucht.

Keine Indizierung der Archiv-Seiten

Eine weitere einfache Maßnahme kann man mit Hilfe von Conditional Tags erreichen. Hier der Code, welchen man im Kopfbereich (<head></head>) einfügen muss. In den allermeisten WordPress-Themes wäre dies in der header.php.

<?php
if (is_search() or is_archive()) {
  echo "<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow\" />\n";
}
?>

Befindet man sich auf einer Übersichtsseite – Kategorie-Übersicht oder Suchergebnis-Seite – dann wird folgender Angabe eingefügt:

<meta name="robots" content="noindex, follow" />

Das signalisiert den Suchmaschinen: "folge bitte allen Links auf dieser Seite, indiziere aber bitte nicht den Inhalt dieser Seite".

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Das rel="canonical"

Der Wert canonical des Attributs rel ist ein Teil des link-Elements und wurde eingeführt um den Suchmaschinen zu signalisieren, welches die originale URL eines Inhaltes ist, z. B.:

<link rel="canonical" href="http://www.perun.net/2009/12/03/wordpress-duplicate-content-vermeiden/" />

Ab der Version 2.9 kennzeichnet WordPress alle Artikel in der Einzelansicht automatisch mit dem entsprechenden rel="canonical". Bis dahin musste man entweder Plugins oder folgende Konstrukte in der header.php bemühen:

<?php if ( is_singular() ) echo '<link rel="canonical" href="' . get_permalink() . '" />'; ?>

Komfortable Optimierung mit dem WordPress-Plugin wpSEO

Fall dir die SEO-Arbeit im Code bzw. an den Template-Dateien nicht zusagt oder du es einfach komfortabler haben möchtest dann kann ich dir das WordPress-Plugin wpSEO von Sergej Müller empfehlen.

Dieses Plugin ist nicht im offiziellen Verzeichnis hinterlegt, weil es kostenpflichtig ist und daher muss man es sich von der Plugin-Website herunterladen und das entpackte Paket nach /wp-content/plugins/ hochladen: entweder über das FTP-Programm oder über die WordPress-Funktion.

Kostenlos testen

Der Autor bietet die Möglichkeit, das Plugin zehn Tage lang kostenlos zu testen.

Auf der Optionen-Seite der Erweiterung (Einstellungen / wpSEO) hast du die Möglichkeit, sehr viele Einstellungen zu tätigen, unter anderem:

  • den Aufbau des Seitentitels für Artikel, Seiten, Archive etc. steuern,
  • die Seiten-Beschreibungen und Seiten-Keywords steuern,
  • steuern, welche Seiten des Weblogs indiziert werden sollen und welche nicht, um so genannten Duplicate Content (identischer Inhalt auf mehreren URLs) zu verhindern
  • und vieles mehr.
wpSEO im Einsatz

wpSEO: DC-Problematik lösen

Die Funktionalität des Plugins ist enorm und auf alle Punkte einzugehen, wäre zu viel des Guten, zumal es auf der Website des Autors unter Dokumentation eine sehr ausführliche Anleitung gibt.

Wer es gerne komplett kostenlos haben will, kann sich die kostenlose Version des Plugins All in One SEO Pack anschauen. Es handelt sich hierbei um ein Plugin, welches einen ähnlichen Funktionsumfang wie wpSEO zu bieten hat.

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18 Reaktionen auf diesen Beitrag

Kommentare

  1. Lukas Prelovsky sagte am
    Freitag, 11. Juni 2010 um 14:20 folgendes:

    Hallo,

    habe durch Sergej Müller per Twitter den ersten und auch den zweiten Artikel mitgeteilt bekommen. Ich bin gerade dabei mich mit dem Thema SEO zu beschäftigen und werde auch gewisse, vor allem wirkungsvolle Techniken ein, um bei den Suchmaschinen besser gefunden zu werden.

    Ich freue mich über jeden weiteren Artikel von euch zu lesen und hoffe, dass es bald mehr geben wird.

    Beste Grüße aus Wiesbaden,
    Lukas Prelovsky

  2. Andreas sagte am
    Sonntag, 13. Juni 2010 um 08:55 folgendes:

    "Viele Webmaster verlinken innerhalb der eigenen Website (interne Links) zu wenig" – sehe ich auch so.
    In diesem Artikel wäre neben der Erwähnung des 1. Artikel auch eine Verlinkung gut ;-)

    LG, Andreas

    • Perun sagte am
      Sonntag, 13. Juni 2010 um 12:02 folgendes:

      @Andreas,

      In diesem Artikel wäre neben der Erwähnung des 1. Artikel auch eine Verlinkung gut ;-)

      siehe unter der Überschrift "verwandte Beiträge" … dort gibt es einen Link zum 1. Teil ;-)

  3. Andreas sagte am
    Sonntag, 13. Juni 2010 um 09:31 folgendes:

    Meintest Du mit "Conditional Comments" weiter oben "Conditional Tags"?

    LG, Andreas

    • Perun sagte am
      Sonntag, 13. Juni 2010 um 12:05 folgendes:

      @Andreas,

      ja, dass meinte ich. Ich würde dich bitten auf die Bezeichnung "Suchmaschinenoptimierung Ostheimer" im Namen des Kommentars zu verzichten.

  4. Bernhard sagte am
    Dienstag, 15. Juni 2010 um 23:40 folgendes:

    Sehr gute Artikelserie! Ich nutze bereits vieler dieser Tipps in diversen Blogs und habe damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. Hoffentlich lesen mehr Blogger diese Hinweise!

  5. Sebastian sagte am
    Samstag, 29. Januar 2011 um 14:27 folgendes:

    Hallo,

    ein schöner und gut durchdachter Beitrag. Leider bist du nicht auf HTML/XML-Sitemaps eingegangen und suchmaschinenfreundliche 404-Seiten werden auch nicht erwähnt. Den Rest hast du super abgedeckt.

    • Perun sagte am
      Samstag, 29. Januar 2011 um 16:30 folgendes:

      Hallo Sebastian,

      da hast du Recht. Dann wird es bald einfach einen dritten Teil geben. :-)

      • Sebastian sagte am
        Samstag, 29. Januar 2011 um 22:54 folgendes:

        Freut mich. :) Es gibt für beides passende Plugins: Simple XML Sitemap und SEO 404 Pages. Ich überlege gerade ob man bezüglich SEO noch etwas beachten sollte, aber gerade fällt mir nichts mehr ein. Onpage sollte damit alles abgedeckt sein.

        Zu duplicate Content könntest du eventuell auch noch aufführen, dass man vermeiden sollte Inhalte nicht nur unter zwei URLs erreichbar zu machen, sondern das dies auch beim so genannten Trailing Slash passieren kann.

        Bsp: http://www.beispiel.de/kategorie/postname/ und dann http://www.beispiel.de/kategorie/postname

        Viele sind sich nämlich nicht darüber bewusst, dass dies ebenfalls zu DC führt. Hoffe das war jetzt nicht zu viel. :)

  6. Christoph sagte am
    Dienstag, 01. Februar 2011 um 10:11 folgendes:

    Hallo Perun, ich hätte eine Frage bezüglich DC. Viele Blogs aggregieren sich auf so genannten Planets wie bspw. http://planet.ubuntuusers.de/ Manch ein Blog ist auf x Planets vertreten, so dass der Content des Blogs auf zahlreichen Seiten zu finden ist. Wie schätzt du die Auswirkungen auf die Platzierung bei Suchmaschinen ein?

    Grüße
    Christoph

    • Perun sagte am
      Dienstag, 01. Februar 2011 um 13:57 folgendes:

      Hallo Christoph,

      da der Artikel immer zuerst bei dir erscheint und seltenst in voller Länge bei den Planet-Portalen erscheint sehe ich kein Problem. In Anbetracht, dass es sehr viele bekannte Planet-Umsetzungen gibt (Mozilla, WordPress etc.) würde ich sagen, dass dies für Google kein Problem ist.

  7. Marcel sagte am
    Dienstag, 01. Februar 2011 um 10:59 folgendes:

    Hallo,

    eine Frage, weil mir das aus dem Text heraus nicht ersichtlich war. Die Kategorieseiten können doch für Google und insbesondere für die Besucher interessant sein, weil sie einen Überblick über die verschiedenen Artikel bieten. Trotzdem grundsätzlich nicht indizieren lassen?

    • Perun sagte am
      Dienstag, 01. Februar 2011 um 13:54 folgendes:

      Hallo Marcel,

      wenn man die Kategorienseiten auch indizierbar macht, dann besteht die Gefahr, dass der Teil eines Artikels nicht unter der jeweiligen URL sondern unter der Kategorie-URL indiziert wird. Das ist aber nicht immer sinnvoll.

      • Marcel sagte am
        Dienstag, 01. Februar 2011 um 14:51 folgendes:

        Danke erst einmal. Da werde ich mal die meta tags setzen.

  8. Hendrik sagte am
    Dienstag, 01. Februar 2011 um 13:51 folgendes:

    Hi Perun,
    die Verwendung von Pingbacks/Trackbacks in WordPress-Blogs zur erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung darf auch nicht vergessen werden. Aber ansonsten eine übersichtliche Darstellung der Low-Hanging-Fruits, danke.

  9. Philip sagte am
    Dienstag, 01. Februar 2011 um 20:12 folgendes:

    Hallo Perun,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Hat mich daran erinnert dass ich die interne Verlinkung noch weiter vorantreiben muss.

    VG
    Philip

  10. Sprittke sagte am
    Mittwoch, 02. Februar 2011 um 11:01 folgendes:

    Gibt es eigentlich einen gewissen "Zusatznutzen" das kostenpflichtige SEO-Plugin zu nutzen gegenüber dem kostenlosen? Ansonsten toller Artikel.Besten Dank!

Trackbacks und Pingbacks

  1. Suchmaschinenoptimierung (SEO) einer WordPress-Installation (1) | WordPress-Buch

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