Im Prinzip gibt es zwei Arten von Suchmaschinenoptimierung (SEO): On-Page- und Off-Page-Optimierung. Die erste beschäftigt sich mit Maßnahmen, die die Website bzw. deren Aufbau und Struktur betreffen.
Die zweite Art der Optimierung beschäftigt sich mit Maßnahmen jenseits der Website. Hierbei geht es hauptsächlich um die Erhöhung der Linkpopularität bzw. die Erhöhung der Anzahl der eingehenden Links.
Ich werde mich im in der folgenden zweiteiligen Artikelserie mit der On-Page-Optimierung beschäftigen und hierbei gilt für WordPress-Websites logischerweise das gleiche wie für andere Websites auch.
WordPress ist in Bezug auf SEO sehr gut aufgestellt. Folgendes Statement von Matt Cutts (Google) bestätigt dies:
WordPress takes care of 80-90 percent of (the mechanics of) Search Engine Optimization (SEO).
Aber auch, wenn WordPress in Bezug auf Suchmaschinen schon im Standardumfang das meiste richtig macht, so bleiben dennoch einige wichtige Aspekte, die man optimieren sollte. Einigen dieser Aspekte werde ich mich hier widmen.
Standardmäßig ist die Funktion der "sprechenden" URLs deaktiviert. Die URLs zu den einzelnen Artikeln und Seiten sind folgendermaßen aufgebaut:

Ausschnitt: Vorauswahl an Permalink-Strukturen
Falls du dich für die sprechenden URLs entscheidest, dann hast du die Auswahl zwischen drei Voreinstellungen. Einem Permalink, der das Datum und den Namen des jeweiligen Artikels wiedergibt, einer Einstellung, die der ersten ähnelt, wobei aber nur der Monat und das Jahr ausgegeben werden und einer numerischen URL-Struktur:
Der erste und der wichtigste Vorteil dieser URLs liegt darin, dass der Mensch, also der Besucher der Website, mit solchen Adressen viel mehr anfangen kann als mit Adressen, die aus einer Nummernkombination bestehen.
Der andere Vorteil liegt in der Optimierung der Website für die Suchmaschinen. Dadurch, dass in der URL die Überschrift und somit die Keywords (Suchwörter) ausgegeben werden, kann die Suchmaschine solche Unterseiten besser "sortieren" und über kurz oder lang rentiert sich eine solche Permalink-Struktur durch eine bessere Positionierung in den Suchmaschinen: Dies ist für Weblogs genauso wie für "klassische" Websites von Interesse.
Du kannst den Aufbau der Permalink-Struktur in deiner WordPress-Installation aber auch ganz individuell gestalten. In der offiziellen Dokumentation findest du jede Menge Tags, mit denen du die Permalink-Struktur individualisieren kannst. Hier ein mögliches Beispiel: /%postname%/.
Dieser Permalink-Tag würde bewirken, dass in der URL lediglich der Name (Titel) der Seite bzw. des Blog-Artikels auftaucht, zum Beispiel:
www.wordpress-buch.de/ein-test-artikel/.
Um die Permalink-Struktur aus dem Admin-Bereich heraus zu aktualisieren, müsst du den Zugriff auf die .htaccess-Datei haben. Diese Datei muss sich im Hauptordner (wo üblicherweise auch die wp-config.php ist) von WordPress befinden.
Damit die Änderungen auch aktiv werden, muss die .htaccess-Datei beschreibbar (CHMOD 666) sein. Zusätzlich dazu muss das Apache-Modul mod_rewrite aktiv sein.
Auch wenn viele Kollegen mittlerweile die Permalinkstruktur auf das nötigste reduzieren, um noch den letzten SEO-Tropfen aus dem Projekt herauszuholen, bevorzuge ich in meinen neueren Projekten die Struktur, in der noch das Jahr und der Monat vorkommen (/%year%/%monthnum%/%postname%/). Bei all dem Optimierungswahn darf man die Besucher aus Fleisch und Blut nicht vergessen. Die Datumsangabe in der URL hilft sowohl bei der Orientierung innerhalb der Website als auch bei der Ausgabe der Suchergebnisse in Suchmaschinen, denn sie informiert über die Aktualität eines Artikels.

Datum als wichtiger faktor bei der Suche
Zum Thema Permalinks und Datum habe ich auf perun.net unter Die richtige Permalinkstruktur meine Meinung zu diesem Thema geäußert.
Den Seitentitel zu optimieren ist eine sehr wichtige Maßnahme, wenn es darum geht, die Website für die Suchmaschinen zu optimieren und daneben hilft diese Maßnahme auch den Besuchern. Es wird sich immer wieder zeigen, dass sehr viele Maßnahmen in Bezug auf SEO auch in direkter oder indirekter Weise den Besuchern der Website zur Gute kommen.
Die Suchmaschinen bewerten im Seitentitel lediglich die ersten 60-65 Zeichen. Daher ist es wichtig, die Überschrift bzw. den Titel des einzelnen Blog-Artikels an den Anfang zu rücken, damit auch die relevanten Begriffe des Artikels auf jeden Fall in die Bewertung kommen.
Und wie erreicht man dieses Ergebnis? Eine Möglichkeit ist, sich mit einem Code-Editor zu bewaffnen und folgendes in der header.php einzufügen:
<?php if (is_home()) { ?>
<title><?php bloginfo('name'); ?> - <?php bloginfo('description'); ?></title>
<?php } else { ?>
<title><?php wp_title('|', true, 'right'); bloginfo('name'); ?></title>
<?php } ?>
Was bewirkt dieser Code? Dieser Code besteht aus einem if-else-Konstrukt. Es wird abgefragt, ob man sich auf der Startseite befindet. Wenn ja, dann wird der Name des Blogs (<?php bloginfo('name'); ?>) gefolgt von dem Blog-Slogan (<?php bloginfo('description'); ?>) angezeigt, hier die passende Abbildung:

Seitentitel der Startseite bestehend aus Blogtitel und Slogan
Befindet man sich allerdings nicht auf der Startseite, sondern auf einer Unterseite, soll zuerst der Titel (wp-title();), gefolgt von einem Trennzeichen und dem Blog-Titel erscheinen:

Seitentitel auf Unterseite bestehend aus dem Artikel- und dem Blogtitel
Durch die Anpassung des Seitentitels in der header.php wird der Seitentitel nach dem gleichen Prinzip auch auf anderen Unterseiten (Pages, Archiv etc.) so angezeigt, wie in den letzten beiden Abbildungen.

Seitentitel einer Kategorie-Übersicht
Kommen wir noch einmal kurz zu dem neuen Code, speziell dem in der Zeile 10: wp_title('»', true, 'right');. Der Template-Tag wp-title(); hat seit der Version 2.5 drei Parameter. Der erste ist für das Trennzeichen, der zweite Parameter bestimmt, ob der Titel ausgegeben wird und mit dem dritten Parameter positioniert man das Trennzeichen (rechts oder links vom Titel).
So wie man in einem Office-Dokument die einzelnen Bereiche durch Überschriften einleitet bzw. einen Text strukturiert, so kann und so sollte man es auch in einem (X)HTML-Dokument tun … und WordPress nutzt HTML-Dokumente. Es nimmt die Inhalte – Texte, Bilder, Links etc. – aus der Datenbank und generiert dynamisch eine (X)HTML-Seite.

Auswahl an Überschriften im WYSIWYG-Editor
Für die Überschriften sind in (X)HTML die Elemente h1-h6 zuständig. Wobei h1 die Überschrift mit höchster und h6 mit der niedrigsten Ordnung ist. Verwende die Überschriften semantisch richtig. Das heißt, du solltest eine bestimmte Überschrift genau dort verwenden, wo sie hingehört, also nicht h2 wählen, wo h3 richtig wäre, weil dir die große und fette Schrift von h2 gefällt.
(X)HTML ist entgegen anders lautender Gerüchte keine Programmiersprache (das ist z. B. C++), keine Seitenbeschreibungssprache (das ist z. B. PDF) und auch keine Textverarbeitung (dies versucht MS Word zu sein). (X)HTML ist eine Auszeichnungssprache: Sie zeichnen einzelne Bereiche aus und geben somit dem gesamten Dokument eine Struktur und dem Inhalt die Bedeutung. Wie das dann aussieht ist (X)HTML schnurz-piep-egal. Um das visuelle – Layout und Design – kümmert sich CSS. (X)HTML und CSS sind gute Teamplayer und erledigen ihre Bereiche sehr gut, daher ist es nicht sinnvoll, (X)HTML die Aufgaben von CSS zu übertragen.
Wenn dir also die Schriftgröße von h3 zu klein ist, zeichne bitte die entsprechende Überschrift nicht mit h2 aus. Lass h3 dort stehen und füge in der CSS-Datei z. B. folgendes ein: h3 {font-size: 120%;}.
Bei längeren Texten – egal ob in einem Blog-Beitrag oder auf einer Page (Seite) – ist es sinnvoll, den Text mit Zwischenüberschriften zu gliedern. Das hilft dem Leser und ist gut für die Suchmaschinenoptimierung.
Allerdings gilt es zu beachten, dass zum Beispiel das Standard-Theme ab WordPress 3.0 die Überschrift erster Ordnung (h1) bereits für die Überschriften der Blog-Artikel und als Überschrift der einzelnen Seiten "reserviert" hat". Somit stehen dir h2-h6 zur Verfügung, aber die fünf Arten von Überschriften sind mehr als ausreichend um den Inhalt eines Beitrages oder einer Seite logisch und hieararchisch zu strukturieren.
Diese Struktur kann allerdings von Theme zu Theme abweichen, daher lohnt es sich, in den Template-Dateien nachzusehen, welche Überschriften bereits "reserviert" sind.
Es gab vor knapp zwei Jahren Anzeichen dafür, dass Google den Überschriften zweiter und dritter Ordnung (h2 und h3) einen recht hohen Wert beigemessen hat und sie zum Teil besser abgeschnitten haben als die Überschrift erster Ordnung (h1). Was an sich nur logisch wäre, da man die h2 und h3 eher im relevanten Teil, als Zwischenüberschrift, des Inhaltes einsetzt.
Morgen geht es weiter mit dem zweiten Teil. Dort werde ich dann auf folgende Themen eingehen: die Benennung von Dateien, dem alt-Attribut, Duplicate Content und dem WordPress-Plugin wpSEO.
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